Motiviert durch die Umweltenzyklika "Laudato-si" von Papst Franziskus begann der Freundeskreis Kirchgarten 2019 damit, das erste mehrerer Wiesengrundstücke gelegen zwischen Marienstifts-kirche und Nikolauskapelle Pfalzel zu einem Garten umzugestalten. Es wachsen hier Zier- und Gemüsepflanzen und er ist mit zwei Hochbeeten ausgestattet. Inzwischen sind auch die anderen Teile zu Gärten geworden.
Was die Bepflanzung angeht, so ist den Gärtnerinnen und Gärtnern des Freundeskreises wichtig,
-dass Zier- und Gemüsepflanzen gemischt werden und eine Arten- und Sortenvielfalt präsentieren,
-dass die Pflanzen möglichst den Insekten etwas zu bieten haben und
-dass selten gewordene Kultur- oder Wildpflanzen bewusst angebaut und gepflegt werden.
Beispiele für den letztgenannten Grundsatz sind die Irmenacher Buschbohne, die Mariendistel und die wilde Karde. Im Rahmen einer Samenpatenschaft für die Irmenacher Buschbohne lassen wir jedes Gartenjahr etliche Schoten ausreifen, um einen Teil der getrockneten Bohnen dem Verein für Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zurückgeben und auf einer Samentauschbörse im Frühjahr interessierten GärtnerInnen anbieten zu können. Samenfeste, selten gewordene Sorten zu erhalten, ist eine wichtige Aufgabe besonders vor dem Hintergrund, dass im Laufe der letzten 100 Jahre Dreiviertel aller Kulturpflanzensorten verloren gegangen sind.
Da Pfalzel eine lange Klostergeschichte hatte, wurde der größere Gartenteil bewusst als formaler Garten nach dem Vorbild alter Klostergärten mit einem Brunnen als Mitte angelegt. Hier wächst überwiegend Gemüse.
Auch im Zentrum des dritten Gartenteils steht eine Brunnenschale mit Fuß. Sie ist aus Sandstein gearbeitet, stammt aus der Frühbarockzeit und stand vorher im Pfarrhausgarten.
Allen Pfalzelern und Gästen soll der Garten ein Ruheort zum Betrachten und auch ein Ort der Begegnung sein.
Momentan gehören 10 Personen dem Freundeskreis an. Neben der Gartenarbeit ist uns auch die Geselligkeit wichtig, ebenso das Eingebundensein in die Pfarrgemeinde. Wir sehen den Kirchgarten auch als einen "Ort von Kirche".

